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Staatliches Geldmonopol

Nico @, Dienstag, 14.05.2013, 00:51 (vor 4792 Tagen) @ Silke

Besser als das Meiste, was so aufgetischt wird.
Ein guter Anfang mit Schwächen.

Der „gute Anfang“ besteht für dich vermutlich darin, dass einmal mehr der Staat verteufelt wird. Sie lügen und betrügen, morden und foltern, um ihn dir wegzunehmen, liebe Silke.

Das im Folgendem gelogen wird, versuche ich dir nun aufzuzeigen. Dass hier darüber hinaus der Gesunde Menschenverstand gefoltert wird, wäre wohl nicht ganz falsch, entspräche aber nicht der Intention des Lügners, der nämlich keine Abwehrreaktion erzeugen möchte.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/05/52071/

Der Ökonom Christoph Braunschweig sieht das Monopol des Staates, Geld zu
drucken, als die Haupt-Ursache der globalen Schuldenkrise.

Die Staaten verfügen selbstverständlich über kein Geldmonopol, denn würden die Staaten „Geld drucken“, wie hier behauptet wird, dann wären sie ja wohl kaum allesamt verschuldet.

Was früher
Könige und Fürsten waren sind heute die Bürokraten.

Ja, die originäre Idee der Republik – gemäß Wikipedia das Gegenteil von Monarchie (Könige, Fürsten usw.) – ist die, dass die Macht vom Volke ausgeht. Für Braunschweig ist das wohl ein und das selbe, so erkennt er dann auch nicht, dass diese Idee noch nirgends verwirklicht werden konnte.

Ein Geld-System
würde besser ohne eine im Kern unkontrollierbare Politik funktionieren.
Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten bringen einen Auszug aus
Braunschweigs neuem Buch.

Natürlich verneint die Idee der Republik die Kontrolle über die Politik.

Da jetzt aber vom „Geld drucken“ die Rede war, haben wir uns hier also bei dem angewendeten Geldbegriff auf die Vorstellung von Banknoten einzustellen. Diese werden nun bekanntlich von den zentralen Notenbanken emittiert. Diese ZB's rühmen sich aber ihrer „Unabhängigkeit“ - unabhängig von einer „unkontrollierbaren Politik“ wohl zumeist. Darüber hinaus verschließen sie dem Souverän die Türen, so dass dieser auf Kredite auf dem Privatsektor angewiesen ist. Welch aberwitzige Behauptung von „zum Gelddrucken genutztes staatliches Monopol“.

Freilich ließe sich die ZB auch als Staatsorgan und als Bestandteil des Staates begreifen (was aber mit Recht bezweifelt werden kann). Dann aber wäre zu diagnostizieren, dass dieses Geldmonopol eben NICHT genutzt wird. Warum hätte der Staat sonst Schulden? Weiter unten wird dem Staat eine Unfähigkeit bescheinigt, sich einzuschränken. Der Staat hat also das Geldmonopol und nutzt es nicht, weil er sich nicht einschränken kann?

Ansonsten ohnehin eine typische Gleichsetzung der Begriffe Staat und Regierung.

Während also in Wahrheit zweifelsfrei festzustellen ist, dass nirgendwo Nettogeld gedruckt wird, lautet die damit aufgeworfene Frage, warum der Souverän das nicht tun sollte. Frecher weise wird nun aber einfach behauptet, er würde es tun, und wenn er es endlich lassen würde, würde es uns allen gut gehen.

Das wir uns in einer in orwell'scher Manier verdrehten Welt befinden, ist dir doch sicher schon mal aufgefallen, Silke, oder?

"Mittelbeschaffung des Staates geschickt verschleiert werden kann, eben
über Staatsverschuldung"

Verstehe, die Staaten drucken sich ihr Geld, und damit das nicht auffällt, weisen sie Schulden aus. Vielleicht darf noch darauf hingewiesen werden, dass seit geraumer Zeit wohl kaum noch ein Staat Liquidität aus seiner Verschuldung schöpfen kann, weil diese durch die Verzinsung der aufgelaufenen Schulden verzehrt wird (hier im Forum gerne als Tzatzicki- Effekt bezeichnet). Die eigentliche „Verschleierung“ von der diese Person namens Braunschweig zu wissen vorgibt, muss sich ja wohl auf die veröffentlichten staatlichen Haushaltspläne beziehen, denn in diesen ist dieses viele „gedruckte Geld“ nirgends zu finden. Schattenhaushalt?

"Der Glaube, der Staat könnte (und müsste) für Wachstum,
Vollbeschäftigung, Wohlstand, soziale Sicherheit und Geldwertstabilität
sorgen, ist ein grandioses Irrtum."

Vielleicht ist es auch nur ein grandioser Irrtum, dass ein solcher „Glaube“ überhaupt bestünde. Ich lasse ihn mir jedenfalls weder unterstellen, noch suggerieren.

Dass aber ein Staat für die genannten Eigenschaften eine unabdingbare Voraussetzung bedeutet, muss einem der Bücher mit ökonomischen Themen verfasst hoffentlich nicht noch erst erklärt werden müssen.

"Die übermäßigen Konjunkturzyklen, die Stagflation, die Rezession,
Depression und Inflation sind nicht das Ergebnis der kapitalistischen
Marktwirtschaft, sondern die Folge des staatlichen Geldes"

Wenn aber nun mal klar festzustellen ist, dass von einem „staatlichen Geld“ gar nicht zu sprechen sein kann, dann kann es eben auch nur genau umgekehrt sein, als es hier dargestellt wird. Dem System fehlt vermutlich das staatliche Geld, wenn es ohne scheinbar nicht so recht klappt.

Der Quelle „Wissensmanufaktur“ entnehme ich im Übrigen, dass da wohl sogar mal ein amerikanischer Präsident ermordet wurde, nach dem er staatliches Geld eingeführt hat. Die USA bekamen dann natürlich flugs einen neuen Präsidenten, der die Entscheidung seines Vorgängers eiligst rückgängig machte.

„Kein Staat ist in der Lage, sich genügend einzuschränken, wenn ihm
unbeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Diese
Erfahrung muss jede Generation, die nicht bereit ist, aus der Geschichte zu
lernen, von neuem machen“

„Genügend einzuschränken“ um was zu erreichen – was zu vermeiden?

"Es gibt also nur eine wirksame und dauerhafte Methode, diesen
Teufelskreis zu beenden: dem Staat die Verfügungsmacht über das Geld
entziehen."

Kann keinen Teufelskreis finden, der hier aufgezeigt würde.

bin erstaunt,

Wenn dich so etwas bereits erstaunt, dann kennst du die Relativitätstheorie nicht. :-) Es steht längst alles auf dem Kopf. Der Raum wird gekrümmt, die Zeit läuft mal schneller und mal langsamer als die Wirklichkeit.

wo ist der Haken?
http://www.christoph-braunschweig.de/

Möglicher weise der, dass dieser Braunschweig vielleicht gar ein professioneller Lügner ist.

LG
Silke

Schöne Grüße

PS:

Danke auch für @Misespeter's kluge Beiträge in diesem Faden. Schade nur, dass auch er offenbar von einem debitistischen Zwang zum Gesamtbankrott ausgeht.

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

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        • Ohne Politik - Miesespeter, 13.05.2013, 17:54
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                • Nicht unbedingt den Zwang, aber sicher die Moeglichkeiten diesem nachzugeben - Miesespeter, 15.05.2013, 16:42
        • Wettbewerb und privates Geld - Leserzuschrift, 14.05.2013, 12:53
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        • Heute waehnt sich jeder schlauer als Churchill - Miesespeter, 13.05.2013, 18:27
          • Was nutzt das alles, wenn der Staat "unleistbar" wird. - sensortimecom, 14.05.2013, 17:03
      • Ja verstehe ich, aber wer das liest und fragt - fragt vielleicht weiter... - Silke, 13.05.2013, 17:30
        • Staat, Kleinstaat, Keinstaat : alles eine Nummer kleiner - Miesespeter, 13.05.2013, 19:23
          • Du verstehst meine Einstellung und hältst sie für sinnlos...und ich - Silke, 13.05.2013, 21:53
            • Mit Verlaub, das mit dem Unfug ist Unfug. ;-) Und ein paar Fragen. - neptun, 14.05.2013, 05:44
              • Das ist aber sehr wohlwollend umschrieben...zu den Fragen: - Silke, 14.05.2013, 14:33
          • Vorzüglich! Dem ist nichts hinzuzufügen (oT) [ [ kein Text ] ] - Kleinanleger, 14.05.2013, 16:00
      • Nicht der Staat ist das Problem, sondern sein Missbrauch - Vatapitta, 14.05.2013, 16:14
        • Kling wie: „Nicht die organisierte Gewalt ist das Problem, sondern deren Missbrauch“ - Zarathustra, 14.05.2013, 19:57
          • Nicht die Form ist das Problem, sondern der Inhalt - Miesespeter, 15.05.2013, 01:32
            • Der edle Weg aus der Falle - Zarathustra, 15.05.2013, 08:08
              • Wissensallmacht - Leserzuschrift, 16.05.2013, 13:31
                • Weder RogRog noch Zara sind Kenner des Buddhismus - Mitgefühl - azur, 16.05.2013, 14:08
              • Orgonomie und Buddhismus sind unvereinbare Gegensätze - Leserzuschrift, 16.05.2013, 17:36
                • Wie doch solche Verwirrungen seltsame Blüten treiben. - satsangi, 16.05.2013, 18:01
                  • Das Leben auf dieser Erde ist Illusion, und darauf bezieht sich die von Dir mißverstandene "Verneinung" (Ja, @azur!) - neptun, 17.05.2013, 04:29
                    • ..das Leben als Illusion zu erkennen. - satsangi, 17.05.2013, 10:50
                    • Die Seele ist unsterblich und vom selben Wesen wie Gott - satsangi, 17.05.2013, 14:06
                      • Die Seele hat vor allem eines mit Gott gemeinsam ... - NaturalBornKieler, 17.05.2013, 16:56
                        • träum weiter - satsangi, 19.05.2013, 16:28
                • Aber RogRog, der sich auch anmelden kann: Das ist doch schlicht vom Bias geprägt - azur, 16.05.2013, 22:25
                  • Man kann das Glück haben zu lieben, aber man kann Liebe nicht üben. - neptun, 17.05.2013, 04:42
                    • Man kann alles mögliche üben - Der Anfang ist das Verstehen von Bedingungslosigkeit - Übung macht bekanntlich oft den Meister - azur, 17.05.2013, 14:56
                • Sehe ich genauso, RogRog - Zarathustra, 17.05.2013, 10:33
                  • Du suchst Dir auch hier nur das, was Dir passt und ignorierst den Rest - im Übrigen sind es Gautamas Reden - azur, 17.05.2013, 14:31
                    • Vor allem nehme ich den Kern heraus - Zarathustra, 17.05.2013, 16:47
                      • Den Kern - soso. Und den legst Du fest, wie die Richtigkeit von Quellen - Mal zitierst Du Buddha, dann wieder ginge es nicht - azur, 17.05.2013, 17:28
                        • Haß, Ablehnung und das Beenden (bzw. "Enden lassen") - neptun, 18.05.2013, 07:24
                          • Du hast mich nicht ertappt - es war nur ein Versuch, mittels einer anderen Ebene verständlich zu sein - azur, 18.05.2013, 10:45
                            • "Konstruktivität" durch Destruktion der Illusion - neptun, 19.05.2013, 09:16
                  • Orgonomie vs. Buddhismus II - Leserzuschrift, 18.05.2013, 21:25
                    • "Kein Tier ist buddhistisch" - ja wie auch? Bin selbst auch kein -ist. Zaras Dilemma: Taugt der Buddhismus für irgendetwas? - azur, 19.05.2013, 04:17
                    • Abermals weitgehende Zustimmung, RogRog - Zarathustra, 19.05.2013, 09:18
            • Schuld-Samsara - Orlando, 15.05.2013, 12:37
              • Deformation rückgängig machen - Nonpopulo, 15.05.2013, 17:11
              • Zurück zur Steinzeit? - Zarathustra, 15.05.2013, 23:13
                • Jenseits der Bronzezeit - Orlando, 17.05.2013, 11:35
    • Gibt's Genaueres über diesen "Prof. der Staatl. Wirtschaftunivers. Jekaterinenburg"? - Philip Marlowe, 13.05.2013, 17:40
      • Finde ich auch verwirrend -ich kann gar nichts einschätzen außer,... - Silke, 13.05.2013, 17:48
    • kleiner "Haken" - moneymind, 14.05.2013, 00:00
      • Hat anderen Grund - FESTAN, 14.05.2013, 14:39
        • Du hast recht - moneymind, 14.05.2013, 16:50
      • Kern war die Benennung des staatlichen Geldmonopols +MM-Fehler - Silke, 14.05.2013, 15:32
        • Schnaps ist Schnaps und Geld ist Geld - Aljechin, 14.05.2013, 15:57
          • Korrektur der Korrektur - Silke, 14.05.2013, 16:24
            • Falschgeld kann auch alle Eigenschaften von Geld haben, außer dass es eben Falsch ist - Aljechin, 14.05.2013, 16:39
        • "Monopol" - moneymind, 14.05.2013, 23:23
          • Ja es bleibt für mich so...staatliches Geldmonopol - Silke, 15.05.2013, 00:54
    • Staatliches Geldmonopol - Nico, 14.05.2013, 00:51
      • Staatliches Geldmonopol ist nicht gleich Gelddrucken - Newbigin, 14.05.2013, 08:42
        • Zum Geldmonopol - Nico, 15.05.2013, 13:55
      • Dottore dazu in "Die Krisenschaukel" Warum nicht Privatgeld? - Silke, 14.05.2013, 18:08
        • Privates Geld - CalBaer, 14.05.2013, 21:25
          • Das gibt mir auch sehr zu denken - genau wie das mit Fiat-Monopol verbundene Verrentungssyndrom der Gesellsch. Danke Dir (oT) [ [ kein Text ] ] - Silke, 14.05.2013, 21:55
        • Dottore und der von ihm zitierte Hayek sind Witzbolde - moneymind, 14.05.2013, 22:02
          • "Zentralbanken handeln antizyklisch" - Zarathustra, 14.05.2013, 22:51
            • Das Bild hatte ich gerade vor Augen - CalBaer, 14.05.2013, 23:22
              • Aha - moneymind, 14.05.2013, 23:41
                • Oha - CalBaer, 15.05.2013, 01:44
                  • So ist es - die Interventionen sind prozyklisch - Schumpetersche Bereinigungen sind antizyklisch (oT) [ [ kein Text ] ] - Zarathustra, 15.05.2013, 07:43
            • Aha - moneymind, 14.05.2013, 23:26
              • Ich bitte um sinnvolle Betreffzeilen, danke. (oT) [ [ kein Text ] ] - Moderator, 15.05.2013, 13:58
              • Besteht wirklich ein Zweifel daran, dass Greenspan die Aktien und die Immo-Blase - Morpheus, 16.05.2013, 22:40
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