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"Konstruktivität" durch Destruktion der Illusion

neptun @, Sonntag, 19.05.2013, 09:16 (vor 4787 Tagen) @ azur

Lieber azur,

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

zu meiner Betreffzeile hat mich diese Deine Signatur inspiriert. Wobei ich den Begriff "Konstruktivität" "mit spitzen Fingern" anfassen mußte, weil das, worum es uns geht, nichts Konstruiertes ist, im Gegenteil: Das Konstruierte hindert uns an der Befreiung. Damit dürfte klar sein, daß ich die Sinnhaftigkeit Deiner Signatur in Frage stelle, aber in aller Freundschaft und nur, weil wir als Suchende hier gewissermaßen "unter uns" sind.

Ein "Buddhist" aber, der das Leben nicht ablehnt, und zwar [ ... ] in dem Sinne, daß dieses etwas ist, welches man durch Erkenntnis des Leidens hinter sich zu lassen habe, und zwar endgültig, damit es keine Wiedergeburt gibt, hat den Buddhismus nicht verstanden. :-)

Mir scheint Neptun, da solltest Du besser noch einmal nachdenken.

Diesen Satz habe ich mir nicht aus dem Ärmel geschüttelt, sondern ich habe bereits gründlich nachgedacht. Ein Argument von Dir wäre an dieser Stelle besser als eine Anweisung, was ich tun sollte. Es drängt sich mir der Verdacht auf, daß ich hier einen wunden Punkt getroffen habe, und daß Du deshalb ausweichst.

Mach es doch einfach mal ohne Zitat: Bringe selbst nach gründlichem Nachdenken einen gezielten Einwand, der auf eigenem Denken basiert. Dadurch würde die Diskussion fruchtbarer.

Das Fehlerhafte ist eine Wertung, die Du unbedingt begründen willst.

Illusion = Täuschung soll kein Fehler sein? Wie willst Du das erklären? Sri Nisargadatta Maharaj sagt: "Nichts ist ein Fehler, bevor man ihn wiederholt." Aufrechterhaltung der Illusion ist aber permanente Wiederholung des Fehlers.

Dem Fehlerhaften ist doch hier an gar keiner Stelle widersprochen worden.

Wie bitte? Welchen Sinn soll denn dann Deine Feststellung mit der Wertung gehabt haben, die Du @Zara vorhältst:

Das Fehlerhafte ist eine Wertung, die Du unbedingt begründen willst.


Sodann hast Du hier (inhaltlich) die falsche Reihenfolge:

Es geht eher darum darum zu Erkennen, dass auch dem Erkennen der Illusion nicht die starke Ablehung folgen sollte.

Das Erkennen der Illusion steht nämlich am Schluß und ist gleichbedeutend mit der Erleuchtung. Vorher geht es darum, die leidvolle Widersprüchlichkeit des Wechsels zwischen Leid und Glück wahrzunehmen und daran so stark zu leiden, daß sich die Kraft entwickelt, "durchzubrechen". Die Ablehnnung bezieht sich nicht auf die Illusion. Das braucht sie auch nicht, denn sobald diese als solche erkannt wird, steht man "draußen", wo es nichts mehr abzulehnen gibt.

Die Ablehnung bezieht sich auf die unerträgliche Dualität. Ich würde auch nicht von "starker" Ablehnung sprechen, sondern sagen: Die Ablehnung muß radikal sein, also "an die Wurzel gehend".


Das mit den vier edlen Wahrheiten: Geschenkt. Kenne ich alles. Ich arbeite und argumentiere nach Möglichkeit mehr an der Basis. Z. B.:

Das Leid liegt nicht nur im Leid an sich, sondern vor allem auch in der wiederholten Erfahrung, daß jegliche Freude und angenehme Erfahrungen nicht von Dauer sind. Die Erkenntnis des unvermeidlichen Endens war der Auslöser für Buddha, sein "schönes" Leben zu verlassen und sich auf die Suche zu begeben.

Die Dualität ist etwas, was den wirklichen Sucher niemals befriedigen und somit festhalten kann. Der einzige Vorteil der Dualität liegt darin, daß es auch dem Teufel niemals gelingen kann, dauerhaft die Oberhand zu behalten. :-)

Ansonsten ist sie radikal abzulehnen. Das Kunststück besteht eben darin, sich nicht durch eine der Gefahren aus den "edlen Wahrheiten" an die Dualität binden zu lassen, und dennoch diese radikal abzulehnen. Ohne diese Radikalität bleibt man in ihr gefangen, ob man sich nun einbildet, sich losgelöst zu haben und "in Frieden zu leben" oder nicht. Du bist für mich ein Musterbeispiel des Versagens in diesem Sinne.

Das sage ich allerdings unter dem Vorbehalt, daß auch diese meine Sicht Teil meines eigenen Gefangenseins in der Illusion sein kann, denn ich bin mir nicht dessen bewußt, "draußen" zu stehen. <img src=" />

Zum Karma: Das ist ein Naturgesetz, aber als solches immer noch Teil des samsara, welches es zu überwinden gilt. Deshalb lohnt es sich nicht, sich darüber lang und breit philosophisch oder sonstwie zu "ergehen". Unser (aller) Ziel ist die Überwindung.

Ach geh, nepotun. Was ist das für ein Versuch?

Auch hier: Argumente bringen mehr als Ausweichen. Wenn man denn welche hat. <img src=" />

Aber bitte keine Zitate, sondern eigene Argumente!

Man kann und soll nach den Buddhismus ausgiebig durchdenken und prüfen.

Na, dann mach doch mal. Nicht so viel lesen, sondern durchdenken und prüfen, nur keine Angst. <img src=" />

Die grundlegenden Werke des Buddhismus sind geprägt von genauestem "Kleinklein". Feinheiten die in viele weitere Feinheiten unterteilt werden (siehe meine entsprechenden Texte: z. B. Suche über "Sinne Buddha" "azur".

Jaja, Kleinklein. Ich sehe doch an Dir, wohin man damit kommt: Dahin, daß man glaubt, weitergekommen zu sein, ohne zu merken, daß man sein Hamsterrad nur vergrößert und verkompliziert hat. Ich aber will 'raus!


Und übrigens: Eine Verdrehung ist keine Frage der Form, sondern des Inhalts. Laß uns doch gemeinsam versuchen, diese Verdrehungen zu vermeiden, damit wir uns sie nicht weiterhin gegenseitig vorwerfen können. :-)

Zara kennt erkennbar kaum Texte und Inhalte des Buddhismus, aber er hat ja angeblich "den Kern" und welche, die ihm das abnehmen.

Vielleicht kann man streiten über die Menge des notwendig zu Lesenden. Bei Dir aber habe ich den Eindruck, daß vor lauter "Drumherumgepacktem" möglicherweise kein "Kern" mehr existiert. Wenn er denn überhaupt jemals existiert hat. Aber das läßt sich ja nicht mehr erkennen.

Abschließend: Ich wünsche mir wirklich sehr, daß Du es fertigbringst, knapper und präziser zu argumentieren!

LG neptun

--
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"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
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                    • Vor allem nehme ich den Kern heraus - Zarathustra, 17.05.2013, 16:47
                      • Den Kern - soso. Und den legst Du fest, wie die Richtigkeit von Quellen - Mal zitierst Du Buddha, dann wieder ginge es nicht - azur, 17.05.2013, 17:28
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                          • Du hast mich nicht ertappt - es war nur ein Versuch, mittels einer anderen Ebene verständlich zu sein - azur, 18.05.2013, 10:45
                            • "Konstruktivität" durch Destruktion der Illusion - neptun, 19.05.2013, 09:16
                  • Orgonomie vs. Buddhismus II - Leserzuschrift, 18.05.2013, 21:25
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