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Gilt die debitistische Weltsicht auch in einem Free-Banking-System?

Newbigin @, Dienstag, 14.05.2013, 09:22 (vor 4791 Tagen) @ Miesespeter
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.05.2013, 09:46

Der Clou der geordneten Marktwirtschaft, also einer die innerhalb einer
Rechtsordnung abläuft, ist ja, dass sie sich selbst kontrolliert.
Dafür sorgt der Wettbewerb.


Spiegel-Replik: Der Clou einer parlamentarischen Demokratie, also einer
die innerhalb einer Rechtsordnung abläuft, ist ja, dass sie sich selbst
kontrolliert. Dafür sorgt der demokratische Wettbewerb.

Der sogenannte politische Wettbewerb ist in den meisten der sogenannten Demokratien eine Farce - in meinen Augen zumindest. Einmal alle x Jahre irgendwo ein oder zwei Kreuzchen zu machen, hat nur marginal etwas mit wirksamer Kontrolle zu tun. Dagegen funktioniert der marktliche Wettbewerb viel besser: Er findet andauernd satt, alle Menschen sind immer einbezogen, keine "Meinungsäußerung" (Kaufentscheidung) geht "verloren", die Konsequenzen für die Betreffenden sind viel rascher und deutlicher zu spüren, Verantwortlichkeiten sind wesentlich klarer zugeordnet.

Da kommt drauf an, was man unter 'funktionieren' versteht. Das muesstest
Du mal naeher definieren. Soweit ich das sehe, funktioniert das
gegenwaertige Geld im Sinne seiner Erfinder ganz gut (= hat 100 Jahre
exponentielles Wirtschaftswachstum ermoeglicht, Staatsbankrotte grosser
Maechte weitestgehend vermieden, der Politik Spielraum zu antizyklischer
Geldpolitik und somit Verlaengerung des Wirtschaftens ermoeglicht).

Funktionieren bedeutet für mich: a) Das Geldsystem ist möglichst gerecht - also vor allem möglichst transparent und nicht mit Zwang behaftet und in zweiter Linie möglichst verteilungsneutral. b) Das Geldsystem ist ökonomisch effizient - es führt also zu einer möglichst guten Allokation, also Verteilung der Produktivfaktoren.

Das gegenwärtige staatlich erzwungene Zentralbank-Kreditgeldsystem ist vielleicht nicht das schlechteste, das sich denken lässt - aber es ungerecht und es muss früher oder später zu massiven wirtschaftlichen - und dann meist auch politischen - Verwerfungen kommen, wegen der durch die Kreditflut entstehenden Boom-Bust-Zyklen.

Die debitistischen Zwangslaeufigkeiten laufen in beiden Systemen ab und
fuehren zum gleichen Resultat. Im staatlichen System hat der Staat die
Macht, durch Politik den Tag der Abrechnung hinauszuzoegern, teilweise
weiter hinauszuzoegern als ertraeumt. Ein Geldsystem ohne diese
Moeglichkeiten kommt zwangslaeufig frueher an seine Grenzen. Spaetestens
dann wird das Volk die Politik wieder einladen, die Pleite abzufedern.

Aus dem Samsara gibt es kein Entkommen, solange man wirtschaften will.

Ist das so? Wäre in einem Free-Banking-System ohne staatliches Zwangsgeld die Verschuldungsproblematik nicht wesentlich entschärft, da Zahlungsausfälle viel schneller und in viel keineren Dimension, qasi effizient verteilt, stattfinden würden. Es gäbe ja gar keinen Aufschuldungszwang.

Viele Grüße!

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        • Ohne Politik - Miesespeter, 13.05.2013, 17:54
          • Gilt die debitistische Weltsicht auch in einem Free-Banking-System? - Newbigin, 14.05.2013, 09:22
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                    • Man kann alles mögliche üben - Der Anfang ist das Verstehen von Bedingungslosigkeit - Übung macht bekanntlich oft den Meister - azur, 17.05.2013, 14:56
                • Sehe ich genauso, RogRog - Zarathustra, 17.05.2013, 10:33
                  • Du suchst Dir auch hier nur das, was Dir passt und ignorierst den Rest - im Übrigen sind es Gautamas Reden - azur, 17.05.2013, 14:31
                    • Vor allem nehme ich den Kern heraus - Zarathustra, 17.05.2013, 16:47
                      • Den Kern - soso. Und den legst Du fest, wie die Richtigkeit von Quellen - Mal zitierst Du Buddha, dann wieder ginge es nicht - azur, 17.05.2013, 17:28
                        • Haß, Ablehnung und das Beenden (bzw. "Enden lassen") - neptun, 18.05.2013, 07:24
                          • Du hast mich nicht ertappt - es war nur ein Versuch, mittels einer anderen Ebene verständlich zu sein - azur, 18.05.2013, 10:45
                            • "Konstruktivität" durch Destruktion der Illusion - neptun, 19.05.2013, 09:16
                  • Orgonomie vs. Buddhismus II - Leserzuschrift, 18.05.2013, 21:25
                    • "Kein Tier ist buddhistisch" - ja wie auch? Bin selbst auch kein -ist. Zaras Dilemma: Taugt der Buddhismus für irgendetwas? - azur, 19.05.2013, 04:17
                    • Abermals weitgehende Zustimmung, RogRog - Zarathustra, 19.05.2013, 09:18
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          • "Zentralbanken handeln antizyklisch" - Zarathustra, 14.05.2013, 22:51
            • Das Bild hatte ich gerade vor Augen - CalBaer, 14.05.2013, 23:22
              • Aha - moneymind, 14.05.2013, 23:41
                • Oha - CalBaer, 15.05.2013, 01:44
                  • So ist es - die Interventionen sind prozyklisch - Schumpetersche Bereinigungen sind antizyklisch (oT) [ [ kein Text ] ] - Zarathustra, 15.05.2013, 07:43
            • Aha - moneymind, 14.05.2013, 23:26
              • Ich bitte um sinnvolle Betreffzeilen, danke. (oT) [ [ kein Text ] ] - Moderator, 15.05.2013, 13:58
              • Besteht wirklich ein Zweifel daran, dass Greenspan die Aktien und die Immo-Blase - Morpheus, 16.05.2013, 22:40
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