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Du suchst Dir auch hier nur das, was Dir passt und ignorierst den Rest - im Übrigen sind es Gautamas Reden

azur @, Freitag, 17.05.2013, 14:31 (vor 4789 Tagen) @ Zarathustra

Hallo Zara,

da hast Du Dir ja mal fast richtig Mühe gegeben. Und doch: Du suchst Dir auch hier nur das, was Dir passt und ignorierst den Rest - im Übrigen sind es Gautamas Reden.

Was also die buddhistischen Schriften betrifft, so ist völlig klar, dass
sie lebensverneinend sind.

Was bitte ist daran lebensverneinend?

"Mögen alle Wesen glücklich sein
und Frieden finden!

Was es auch an lebenden Wesen gibt:
ob stark, oder schwach,
ob groß oder klein,
ob sichtbar oder unsichtbar,
fern oder nahe,
geboren oder einer Geburt zustrebend:

mögen sie alle glücklich sein!

Niemand betrüge oder verachte einen anderen.
Aus Ärger oder übelwollen
wünsche man keinem irgendwelches Unglück.

Wie eine Mutter mit ihrem Leben
ihr einziges Kind beschützt und behütet,

so möge man für alle Wesen und die ganze Welt

ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken,

ohne Haß, ohne Feindschaft, ohne Beschränkung

nach oben, nach unten und nach allen Seiten.
Im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen

entfalte man eifrig diese Gesinnung:

dies nennt man Weilen im Heiligen."

( http://www.bodhibaum.net/rituale&gedichte/metta.htm )

Nur weil das Leben zutreffend als ein Zustand analysiert wird, der auch immer Leiden beinhalter, und in Form einer Aufhebung (das ist eine philosophische Kategorie: u. a. etwas zu enden und zu Höherem führend) zu überwinden ist, ist es doch nicht lebensfeindlich. Die buddhistischen Quellen geben Deine ansicht noch nicht mal bei platter Auslegung recht, den ihn ihnen steht überall anders. Genau.

Auch das Folgende ist ja bereits eines Deiner berühmten Zurückruderns. Hast Du bisher behauptet, das sei ja alles christlich überinterpretiert und verfälscht und woanders: Es wäre wie bei der Bibel erst viel später aufgeschrieben, so kommst Du nun so:

Nun wurden die buddhistischen Schriften jedoch genauso wenig von Gautama
verfasst, wie die biblischen von Jesus. Die 'Lehrreden' wurden (in
'überlieferter' Form) von Pfaffen und Lakaien der organisierten Gewalt
(Kirche und Staat) zu Papier gebracht, folglich ganz bestimmt verfälscht,

Schauen wir nach dem o. g. Text:

"Das Metta-Sutta ist eine Lehrrede (Sanskrit: Sutra) des Buddha über die Güte (Pali: mettā, Sanskrit: MaitrÄ«). In der buddhistischen Literatur wird das Sutta im Palikanon der Khuddaka-Nikaya (Sammlung der kurzen Lehrreden) zugeordnet. Es ist dort im Buch Sutta-Nipata enthalten. Das Metta-Sutta wird vor allem in Sri Lanka und Südostasien häufig rezitiert.

Ein bekannter Vers lautet:

„Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn, Ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt,
So möge man zu allen Lebewesen Entfalten ohne Schranken seinen Geist!“

– Übersetzt von Karl Seidenstücker: Metta-Sutta"

http://de.wikipedia.org/wiki/Metta-Sutta

Weiter also:

http://de.wikipedia.org/wiki/Khuddaka-Nikaya

http://de.wikipedia.org/wiki/Suttapitaka

Kann man alles nachlesen. Es wird verschiedentlich behauptet, es wären erst spätere Aufzeichnungen erfolgt.

Aber das ist dann auch in Unkenntnis von:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ananda
http://de.wikipedia.org/wiki/Shariputra#Wirken

Toll ist es, was Du hier bemühst.

Es ist doch objektiv so, dass es falsch ist, wenn der gut als Misantroph bekannte Schopenhauer, als Kenner des Buddhismus herhalten muss:

"Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer vertrat ein misanthropisches Menschenbild. Er glaubte, die menschliche Existenz müsse „eine Art Fehler“ sein:

„So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.“
– In: Stachelschwein-Gleichnis."

Schopenhauer war kannte mehr vom Buddhismus, als andere. Aber zu seiner Zeit gab es bekanntlich kaum Übersetzungen im Westen. Er konnte nicht viel kennen.

Und, er suchte sich heraus, was seinem Bild zu entsprechen schien (da bist Du ein würdiger Jünger).

Klar ist: Du weißt angeblich, was Buddhismus hergibt. Dort wo es zu Deinem Bild passt, nein zu passen scheint, da ist das Zitat dann natürlich offenbar lupenrein.

Der Rest sei von offenbar bösen, lebenshassenden Mönchen verfälscht.

Entschuldige bitte, aber das ist nur absonderlich.

Ebenso wie die Idee, nur Du könnest alles richtig wissen. Auch eine Form von Verblendung, die nach Gautama eine der Ursachen des Leidens ist (Vier edle Wahrheiten: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Edle_Wahrheiten - "2. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.").

In einem Tantenclan und bei Orgonauten, ist das natürlich ganz anders.

[[euklid]] (passend zum Tage einen Euklid)

In der Sippe wars angeblich immer nur gemütlich (wer hat das eigentlich überliefert? Du legst doch so eine Wert auf die Quellenlage [[top]][[zwinker]]). Erst hernach angeblich so, wie im Folgenden?

" Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad."

Zu meinen die anderen seien die Verwirrten, erinnert an jene, die alle anderen für verrückt halten, weil...

Viele freundliche Grüße

azur

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

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                  • Man kann das Glück haben zu lieben, aber man kann Liebe nicht üben. - neptun, 17.05.2013, 04:42
                    • Man kann alles mögliche üben - Der Anfang ist das Verstehen von Bedingungslosigkeit - Übung macht bekanntlich oft den Meister - azur, 17.05.2013, 14:56
                • Sehe ich genauso, RogRog - Zarathustra, 17.05.2013, 10:33
                  • Du suchst Dir auch hier nur das, was Dir passt und ignorierst den Rest - im Übrigen sind es Gautamas Reden - azur, 17.05.2013, 14:31
                    • Vor allem nehme ich den Kern heraus - Zarathustra, 17.05.2013, 16:47
                      • Den Kern - soso. Und den legst Du fest, wie die Richtigkeit von Quellen - Mal zitierst Du Buddha, dann wieder ginge es nicht - azur, 17.05.2013, 17:28
                        • Haß, Ablehnung und das Beenden (bzw. "Enden lassen") - neptun, 18.05.2013, 07:24
                          • Du hast mich nicht ertappt - es war nur ein Versuch, mittels einer anderen Ebene verständlich zu sein - azur, 18.05.2013, 10:45
                            • "Konstruktivität" durch Destruktion der Illusion - neptun, 19.05.2013, 09:16
                  • Orgonomie vs. Buddhismus II - Leserzuschrift, 18.05.2013, 21:25
                    • "Kein Tier ist buddhistisch" - ja wie auch? Bin selbst auch kein -ist. Zaras Dilemma: Taugt der Buddhismus für irgendetwas? - azur, 19.05.2013, 04:17
                    • Abermals weitgehende Zustimmung, RogRog - Zarathustra, 19.05.2013, 09:18
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              • Aha - moneymind, 14.05.2013, 23:41
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